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Schwimmen mit Babybauch: gesund, sicher, entspannt

Schuhe binden wird zur Geduldsübung, die Treppe zur Herausforderung, der Rücken meldet sich nach einem langen Tag. Und dann steigst du ins Becken: drei Schritte die Leiter hinunter, das Wasser umschließt dich, der Bauch wird leicht. Genau dieser Effekt macht Schwimmen zu einer der besten Sportarten in der Schwangerschaft. Der Auftrieb entlastet Gelenke und Wirbelsäule, der Wasserdruck wirkt wie eine sanfte Lymphdrainage, und dein Kreislauf trainiert mit, ohne überfordert zu sein. 


Solange deine Schwangerschaft unkompliziert verläuft, darfst du fast bis zum Entbindungstermin ins Wasser. Was Schwimmen so wertvoll macht, welche Stile sich eignen, worauf du achten solltest und wie es nach der Geburt weitergeht, klären wir Schritt für Schritt.


Warum Schwimmen in der Schwangerschaft so gut tut

Im Wasser verlierst du gefühlt einen Großteil deines Gewichts. Der Auftrieb entlastet Wirbelsäule, Becken und Knie, also genau die Stellen, die in der Schwangerschaft am meisten leiden. Gleichzeitig trainierst du deinen Kreislauf sanft, ohne ihn zu überfordern.


Der Wasserdruck wirkt zusätzlich wie eine angenehme Lymphdrainage. Geschwollene Beine und Wassereinlagerungen gehen spürbar zurück, oft schon nach wenigen Bahnen. Auch typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen oder Ischias-Reizungen lassen sich durch regelmäßiges Schwimmen lindern. Du trainierst Ausdauer, Muskulatur und Beweglichkeit in einem, und das Sturzrisiko geht gegen null. Viel schonender lässt sich Ganzkörpertraining in der Schwangerschaft kaum gestalten.


Ab wann und wie oft?

Grundsätzlich darfst du vom ersten Tag bis kurz vor der Geburt schwimmen, solange deine Frauenärztin oder Hebamme keine Bedenken hat. Bei einer Risikoschwangerschaft, vorzeitigen Wehen oder einem geöffneten Muttermund gelten andere Regeln. Hol dir vorher grünes Licht, dann bist du auf der sicheren Seite.
Als Faustregel reichen zwei bis drei Einheiten pro Woche, jeweils 20 bis 30 Minuten in ruhigem Tempo. Höre dabei auf deinen Körper. Wenn du dich nach 15 Minuten fertig fühlst, steig aus. Wenn du dich nach einer halben Stunde noch frisch fühlst, häng noch ein paar Bahnen dran. Gerade im letzten Trimester empfinden viele Schwangere das Schwimmen als besonders angenehm, weil das Wasser den schweren Bauch trägt.


Welche Schwimmstile eignen sich, welche besser nicht?

Nicht jeder Schwimmstil tut deinem veränderten Körper gut.

  • Rückenschwimmen ist erste Wahl. Es entlastet den Bauch, streckt den Rücken und beugt einem Hohlkreuz vor. Ab der 30. Woche solltest du allerdings nicht mehr lange flach auf dem Rücken liegen, weil die Vena cava unter dem Gewicht der Gebärmutter abgedrückt werden kann.
  • Kraulen funktioniert gut, wenn du die Technik beherrschst und ruhig atmest. Der Bauch hängt entspannt nach unten, der Rücken bleibt gerade.
  • Brustschwimmen kannst du nutzen, solltest aber den Kopf nicht dauerhaft aus dem Wasser strecken. Das überlastet Nacken und Lendenwirbelsäule. Eine Schwimmbrille hilft, den Kopf öfter unterzutauchen.
  • Verzichten solltest du auf Kunst- und Turmspringen, Apnoe-Tauchen und alles mit Pressatmung. Auch Gerätetauchen solltest du in der Schwangerschaft pausieren.
  • Schwimmhilfen wie zum Beispiel eine Schwimmnudel oder ein Pull-Buoy zwischen den Beinen entlasten zusätzlich und machen das Bahnenziehen entspannter.


Worauf du im Schwimmbad achten solltest

Damit der Ausflug ins Bad entspannt bleibt, gehören ein paar Punkte auf die Checkliste.

  • Wassertemperatur: Ideal sind 28 bis 32 Grad. Zu kaltes Wasser belastet den Kreislauf, zu warmes (über 33 Grad) lässt dich schnell überhitzen.
  • Rutschgefahr: Badeschuhe schützen am Beckenrand und in der Dusche. In der Schwangerschaft verschiebt sich dein Schwerpunkt, ein Sturz auf nassen Fliesen passiert schnell.
  • Hygiene: Bevorzuge gut gepflegte Bäder mit klarem Wasser. Eine eigene Badekappe und ein frisches Handtuch gehören in die Tasche.
  • Warnsignale: Schwindel, Bauchziehen, Kontraktionen oder Blutungen sind klare Stopp-Zeichen. Steig sofort aus dem Wasser und ruf im Zweifel deine Hebamme oder Ärztin an.
  • Nie allein: Schwimme zu Zeiten mit Bademeisteraufsicht und am besten in Begleitung. Auch das empfiehlt die DLRG ausdrücklich für alle, die in besonderen Lebenslagen ins Wasser gehen.

Iss vor dem Schwimmen eine Kleinigkeit und trink ausreichend. Wasser kühlt deinen Körper, der Energieverbrauch steigt trotzdem.


Und nach der Geburt? Vom Bauch ins Babyschwimmen


Schwimmen bleibt auch nach der Geburt eine ideale Begleitung. Nach dem Wochenbett und der Freigabe durch Frauenärztin oder Hebamme (meist sechs bis acht Wochen nach der Entbindung, nach einem Kaiserschnitt etwas später) ergänzt es deine Rückbildung perfekt.
Die schönste Fortsetzung wartet allerdings nicht auf dich allein, sondern auf euch beide: das Babyschwimmen. Ab etwa drei Monaten gewöhnt sich dein Baby spielerisch ans Wasser, schult Motorik und Koordination und genießt eure gemeinsame Zeit im warmen Becken (idealerweise um 32 Grad). Worauf du beim Babyschwimmen achten solltest, ab wann es wirklich sinnvoll ist und warum Babytauchen tabu bleibt, liest du hier im Ratgeber zum Babyschwimmen.


Ein Tipp noch: Auch Babyschwimmkurse fördern viele Krankenkassen über ihr Bonusprogramm. Ein kurzer Anruf bei deiner Kasse lohnt sich.


Fazit: Wasser tut Mutter und Kind gut


Schwimmen ist eine besonders geeignete Bewegungsform in der Schwangerschaft, vorausgesetzt, medizinisch spricht nichts dagegen. Es entlastet deine Gelenke, stärkt Kreislauf und Muskulatur und sorgt obendrein für einen klaren Kopf. Und das Schönste kommt nach der Geburt: Du gibst die positive Erfahrung im Wasser direkt an dein Baby weiter.